Interview mit Studierenden der Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft zu Ernährungsnotfallvorsorge / Profi-Tipps
Genug zum Essen im Haus?

Das Thema Ernährungsnotfallvorsorge ist kein neues – doch seit dem Ukrainekrieg oder dem langen Stromausfall in Berlin zu Beginn 2026 wird die Vorsorge mit anderen Augen betrachtet. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Roth-Weißenburg i.Bay. hat zwei Studierende gefragt, wie sie zu dem Thema stehen, was sie bereits in ihren Vorratsschränken haben, und gibt Tipps von Profis.

Hallo Frau Wintergerst und Frau Winkler, haben Sie denn schon von dem Begriff Ernährungsnotfallvorsorge gehört und was verstehen Sie darunter?
Fr. Wintergerst: Wenn ich ehrlich bin, habe ich davon noch nichts gehört. Aber ich denke, dass ich im Notfall meine Familie versorgen könnte mit Nahrung.
Fr. Winkler: Ja, genau. Man sollte sich eben einen kleinen Vorrat anlegen mit Nahrung und Wasser für min. 10 Tage, damit man eine Weile auskommt im Notfall.
Welche Lebensmittel haben Sie denn bereits für den Notfall bevorratet?
Fr. Wintergerst: Tatsächlich habe ich immer Wasser in Plastikflaschen zuhause und einige trockene Sachen wie Nudeln oder Reis.
Fr. Winkler: Wasser haben wir auch immer zuhause – auch weil wir schon Wasserrohrbrüche hatten und dadurch das Leitungswasser abgestellt war. Wir sind zwei Personen und haben drei große Kanister mit je 5 Litern, zwei Sixpacks mit 1,5 Liter Flaschen und 2 Sixpacks mit 0,5 Liter. Zudem haben wir noch Konserven eingelagert – Fertigsuppen, die man auch kalt essen könnte, aber auch Erbsen, Mais etc.
Wir haben nun einen kleinen Einblick in eure Speisekammern bekommen, aber was empfehlen eigentlich die Profis? Wolfgang Jank, Bereichsleiter Landwirtschaft und Schulleiter der Landwirtschaftsschule und Ute Mahl, Küchenpraxis-Lehrkraft in Weißenburg und Roth geben uns sicher ein paar gute Tipps.
Hr. Jank: Aktuell wird empfohlen, dass mindestens für drei, am besten aber gleich für zehn Tage Vorräte an Essen und Getränken für jedes Haushaltsmitglied vorhanden sind. Grundsätzlich sollten es möglichst lange haltbare Lebensmittel sein, also Konserven beispielsweise. Die Vorräte sollten aber auch für eine ausgewogene Ernährung sorgen. Und sie müssen für Allergiker verträglich sein und der Familie wirklich schmecken. Auch die richtige Lagerung ist wichtig.
Fr. Mahl: Töpfe aus Steingut bieten sich an, um Kartoffeln & Wurzelgemüse dunkel und kühl zu lagern. Man sollte auch vermeiden, dass z. B. Äpfel und Tomaten, die viel Reifegas ausstoßen neben empfindlichen Sorten wie Gurken gelagert werden, um deren Haltbarkeit nicht zu verringern. Eine gute Orientierung für die optimale Lagerung von Obst erhält man, indem man weiß, wo das Obst ursprünglich herkommt, z. B. Südfrüchtewie Zitrusfrüchte, Bananen, Ananas… Übrigens haben Zitrusfrüchte, Gurken und Tomaten auch nichts im Kühlschrank zu suchen!

Detaillierte Informationen kann man auf einem Info-Flyer finden, der bayernweit von den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten verteilt wird, der aber auch im Internet heruntergeladen werden kann. Hier gibt es auch weitere Infos rund um das Thema Ernährungsvorsorge.