Spannende Pflegemaßnahme auf einer Fläche bei Großweingarten
Voller Einsatz für die Natur

Ein kühler Morgen im Februar, halb neun, auf einer Hangfläche in Großweingarten. Knapp über Null Grad, der Nebel hängt tief. Nichts trübt die Stille – bis eine Motorsäge erklingt. Und für knapp 15 Studierende ein besonderer Unterrichtstag beginnt.
Erstmals dürfen sich Erstsemester der Landwirtschaftsschule Roth an den Gerätschaften ausprobieren und zugleich eine Praxiseinheit in Sachen Landschaftspflege erleben – ein Gemeinschaftsprojekt mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts und dem Landschaftspflegeverband Mittelfranken. Für die waren Anna Schön und Nicole Menzel gekommen, die Studierenden begleitete ihre Lehrerin Elisabeth Remlein. Mit Maschinen und Geräten waren die beiden Landwirte und Landschaftspfleger Thomas Winter und Thomas Brickel zur Unterstützung mit an Bord.
„Streuobstwiesen wie dieser Südhang hier sind ein Hotspot der Artenvielfalt und ein bedeutsames Kulturgut. Wir freuen uns über die heutige tatkräftige Kooperation aus Naturschutz, Landwirtschaft und Landschaftspflege und sind dankbar, dass das Projekt „Streuobst für Mittelfranken“ solche wichtigen Gemeinschaftsaktionen ermöglicht und finanziert“, lobte Nicole Menzel vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken. „Streuobst für Mittelfranken“ ist ein vierjähriges Projekt des Landschaftspflegeverbands Mittelfranken, das auf Bezirksebene den bayerischen Streuobstpakt vorantreiben soll. Die Förderung erfolgt vom Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und mit Kofinanzierung der Europäischen Union.
Auch mit Erfolg: Durch die Hanglage und die verschiedenen Feuchtigkeitszonen sind darauf viele Lebensräume für verschiedene Tiere und Pflanzen entstanden. Unter ihnen etwa der Wendehals, der in der Roten Liste Bayerns als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft ist. Er gehört zu den Spechten und benötigt offene, strukturreiche Flächen. Dort sucht er am Boden nach Ameisen, die er dann mit seiner langen, klebrigen Zunge aufnimmt, wie Anna Schön erklärte.
Nach getaner Arbeit zeigte sich Elisabeth Remlein stolz auf ihre Mannschaft. „Sie waren mit viel Fleiß und Engagement bei der Sache – ein sehr gelungener Praxiseinsatz“. Auch Nicole Menzel und Anna Schön zogen ein positives Fazit. Für die Fläche, aber auch die Menschen, deren Umweltbewusstsein gestärkt wurde.